Möbliert vermieten in Wiesbaden: Aufschlag und Auflagen
Was möblierte Vermietung in Wiesbaden bringt und was rechtlich gilt. Zahlen aus den unten genannten Quellen (überwiegend Angebotspreise der Portale), geprüft im Juli 2026; wo die Quelle einen Stand nennt, steht er dabei. LDP Group kauft derzeit in Berlin, München, Nürnberg, Erlangen, Fürth, Düsseldorf, Köln, Stuttgart, Karlsruhe, Frankfurt und Hamburg.
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Möbliert vermieten in Wiesbaden: das Wichtigste
Möblierte Vermietung erzielt einen Aufschlag auf die Kaltmiete, weil sie eine andere Nachfrage bedient: Projektmitarbeiter, Wochenendpendler, Studierende im Austausch. Ausgangspunkt in Wiesbaden ist eine Kaltmiete von 14,74 € pro m², bei einer 70-m²-Wohnung also 1.032 € im Monat unmöbliert.
Rechtlich ist der Möblierungszuschlag kein Freibrief. Er muss sich am Wert der Einrichtung orientieren und wird üblicherweise über deren Abnutzung hergeleitet. Ob die Mietpreisbremse in Wiesbaden anwendbar ist, ist gerichtlich offen. Wer vorsichtig kalkuliert, unterstellt sie und behandelt den Möblierungszuschlag als Aufschlag auf die zulässige Miete, nicht als Umgehung.
Geplant ist eine engere Regel: der Regierungsentwurf zum Mietrecht (BT-Drs. 21/6807) würde den Möblierungszuschlag auf 1 % des Zeitwerts der Einrichtung im Monat begrenzen, bei voll möblierten Wohnungen wahlweise pauschal 10 % der Nettokaltmiete, und die Ausnahme für Vermietung zum vorübergehenden Gebrauch auf sechs Monate begrenzen (einmal verlängerbar auf acht); danach gälte der volle Mieterschutz einschließlich Mietpreisbremse. Gesetz ist das nicht, die Anhörung im Rechtsausschuss fand am 14.10.2026 statt; kalkulieren Sie vorsichtig.
Steuerlich ist die Einrichtung ein eigener Posten: Möbel werden über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben, geringwertige Wirtschaftsgüter sofort. Das ist ein Vorteil gegenüber der unmöblierten Vermietung, wird aber durch Ersatzbeschaffung und höhere Fluktuation zum Teil aufgezehrt.
Der Markt in Wiesbaden in Zahlen
Wiesbaden (Hessen) hat 300.089 Einwohner. Bestandswohnungen liegen im Mittel bei 4.300 € pro m² (stadtweite Spanne etwa 2.800 € bis 8.000 € pro m²), Neubau bei rund 7.000 € pro m². Die durchschnittliche Angebotskaltmiete beträgt etwa 14,74 € pro m², woraus sich eine Bruttomietrendite von rund 4,1 % ergibt.
Preisentwicklung: +0,4 % gegenüber dem Vorjahr. Auf die 70-m²-Referenzwohnung gerechnet sind das rund 1.203 € Wertveränderung im Jahr.
Leerstand: rund 1,7 %, Quelle unten. Das entspricht der üblichen Fluktuationsreserve eines funktionierenden Marktes.
Wo in Wiesbaden kaufen
Die Nachfrage der Kapitalanleger konzentriert sich auf Sonnenberg, Südost und Nordost, wo die Preise deutlich über dem Stadtmittel liegen.
Nordost: 3.240 € bis 8.030 € pro m², im Mittel rund 31 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 148 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Sonnenberg: 3.540 € bis 9.490 € pro m², im Mittel rund 52 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 168 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Südost: 4.020 € bis 7.940 € pro m², im Mittel rund 39 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 98 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Biebrich: 3.380 € bis 6.810 € pro m², im Mittel rund 19 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 101 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Schierstein: 3.700 € bis 6.250 € pro m², im Mittel rund 16 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 69 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Dotzheim: 2.770 € bis 5.890 € pro m², im Mittel leicht über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 113 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Die Preisbänder der Stadtteile stammen aus eigenen Quellen und Stichtagen und können deshalb außerhalb der oben genannten stadtweiten Spanne liegen.
Steuern und Kaufnebenkosten in Wiesbaden
Die Grunderwerbsteuer beträgt in Hessen 6 %. Dazu kommen rund 2 % für Notar und Grundbuch nach GNotKG, zusammen rund 8 % des Kaufpreises. Kaufen Sie über einen Makler, kommt dessen Provision hinzu. Bei einem üblichen Profil finanzieren deutsche Banken die Erwerbsnebenkosten nicht mit.
Im Privatvermögen ist der Verkauf nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei, § 23 EStG. Davor unterliegt der Gewinn dem persönlichen Einkommensteuersatz, und bereits in Anspruch genommene AfA mindert die Anschaffungskosten und erhöht damit den steuerpflichtigen Gewinn. Die AfA selbst mindert laufend die Mieteinkünfte: 2 % jährlich für Gebäude mit Fertigstellung von 1925 bis 2022 (2,5 % vor 1925), 3 % ab Fertigstellung 2023; für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn vom 01.10.2023 bis 30.09.2029 kann statt der linearen AfA die degressive AfA von 5 % gewählt werden.
Allgemeine Information, keine Steuerberatung; LDP Group berät nicht steuerlich.
Die Lage in Wiesbaden ist rechtlich in Bewegung: das Amtsgericht Frankfurt hat im Juni 2026 in einem Mietrechtsstreit die Verlängerung der hessischen Verordnung für unwirksam gehalten, die laufende Verordnung endet am 25.11.2026, und eine neue Verordnung, die Wiesbaden wieder erfasst, soll Mitte November 2026 beschlossen werden (hessenschau, 24.09.2026). Die vorsichtigere Kalkulation unterstellt, dass sie gilt.
Daten und Quellen
Zahlen aus den unten genannten Quellen (überwiegend Angebotspreise der Portale), geprüft im Juli 2026; wo die Quelle einen Stand nennt, steht er dabei. Angebotspreise liegen üblicherweise 5 bis 15 % über den beurkundeten Kaufpreisen: wo beides vorliegt, ist die Grundlage jeweils benannt. Die Quellen sind im Original benannt, so wie ihre Herausgeber sie führen.
Einwohner: Landeshauptstadt Wiesbaden, Amt für Statistik und Stadtforschung, 2025.
Kaufpreise (Angebotspreise): immowelt Preisatlas, Juli 2026.
Mieten (Angebotsmieten): wohnungsboerse.net Mietspiegel Wiesbaden, Mai 2026.
Rendite: eigene Berechnung aus Kaufpreis und Miete.
Preistrend: immowelt Preisentwicklung Wiesbaden 2017-2026, 2026.
Leerstand: CBRE-empirica-Leerstandsindex, zitiert in Landeshauptstadt Wiesbaden Stadtanalyse Immobilienmarkt und Mietpreise, 2023.
Häufige Fragen
Wie viel mehr Miete bringt eine möblierte Wohnung in Wiesbaden?
Ausgangspunkt ist die Kaltmiete von 14,74 € pro m². Der Möblierungszuschlag kommt darauf, muss sich aber am Wert der Einrichtung orientieren und deren Abnutzung abbilden.
Gilt die Mietpreisbremse auch bei möblierter Vermietung?
Ja, sie gilt für die Grundmiete. Der Möblierungszuschlag tritt hinzu und ersetzt die Obergrenze nicht.
Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in Wiesbaden?
6 % Grunderwerbsteuer in Hessen plus rund 2 % Notar und Grundbuch, zusammen rund 8 % des Kaufpreises. Kaufen Sie über einen Makler, kommt dessen Provision hinzu. Bei einem üblichen Profil kommen die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital.
Welche Mietrendite ist in Wiesbaden realistisch?
Brutto im Mittel 4,1 %, in Spitzenlagen wie Sonnenberg niedriger. Netto bleibt nach nicht umlagefähigen Kosten deutlich weniger.
Wann kann ich in Wiesbaden steuerfrei verkaufen?
Im Privatvermögen nach zehn Jahren Haltedauer, § 23 EStG. Innerhalb der Frist wird der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz belastet, und die genutzte AfA erhöht ihn zusätzlich, weil sie die Anschaffungskosten mindert.
Wie viel Eigenkapital verlangt die Bank?
Bei Steuerinländern üblicherweise 10 bis 20 % des Kaufpreises (80 bis 90 % Beleihung als Standard, mit starkem Einkommensprofil bis 100 %), zusätzlich zu den Kaufnebenkosten, die bei einem üblichen Profil separat aus Eigenkapital kommen. Bei einer 70-m²-Wohnung in Wiesbaden zu 300.720 € sind das 60.144 € Anzahlung plus 24.058 € Nebenkosten.
