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Denkmal-AfA

Denkmal-AfA in Wiesbaden: 100 % der Sanierungskosten in 12 Jahren

Wie § 7i EStG funktioniert und was er bei Wiesbadener Preisen bedeutet. Alle Zahlen aus geprüften Primärquellen, mit Angabe der Grundlage.

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Kaufpreis300.000 €
Verfügbares Eigenkapital70.000 €
Grunderwerbsteuer (6 %)18.000 €
Notar und Grundbuch (ca. 2 %)6.000 €
Gesamter Kapitalbedarf324.000 €
Benötigtes Darlehen254.000 €
Monatliche Rate, geschätzt (3,97 %)1.264 € / Monat

Beispielrechnung mit 3,97 % angenommenem Sollzins (10 Jahre fest, aus unserer alle zwei Wochen aktualisierten Zinstabelle) und 2 % anfänglicher Tilgung. Die tatsächlichen Konditionen hängen vom Objekt, Ihrer Bonität und der Bank ab. Keine Finanzberatung.

Denkmal-AfA in Wiesbaden: das Wichtigste

Die Denkmal-AfA ist das steuerlich stärkste Instrument im deutschen Immobilienbestand. Nach § 7i EStG werden die begünstigten Sanierungskosten in den ersten acht Jahren mit je 9 % und in den folgenden vier Jahren mit je 7 % abgeschrieben, zusammen also 100 % in zwölf Jahren. Bei Eigennutzung greift § 10f EStG mit 9 % über zehn Jahre, also 90 %, als Sonderausgaben.

Entscheidend ist die Bemessungsgrundlage: begünstigt sind ausschließlich die Sanierungskosten, nicht der Kaufpreis. Der Erwerb teilt sich in drei Teile, die getrennt behandelt werden: die begünstigten Baumaßnahmen nach § 7i, die Altbausubstanz nach § 7 Abs. 4 oder 5 mit 2 bis 2,5 %, und der Grund und Boden, der überhaupt nicht abgeschrieben wird.

Zur Größenordnung in Wiesbaden: liegt der Kaufpreis einer 70-m²-Wohnung bei 300.720 € und entfallen davon 40 % auf die Sanierung, sind das 120.288 €, die über zwölf Jahre vollständig abgeschrieben werden. In den ersten acht Jahren entspricht das 10.826 € jährlich, gegenüber 4.812 € bei einer regulären Bestandswohnung mit 2 %.

Ohne Papier kein Abzug: erforderlich ist eine Bescheinigung der Denkmalschutzbehörde, bei § 7h die der Gemeinde für das förmlich festgelegte Sanierungsgebiet. Sie muss die Maßnahmen als denkmalgerecht bestätigen, und sie wird vor Baubeginn abgestimmt, nicht nachträglich.

Der Markt in Wiesbaden in Zahlen

Wiesbaden (Hessen) hat 300.089 Einwohner. Bestandswohnungen liegen im Mittel bei 4.296 € pro m² (Spanne nach Stadtteil etwa 2.796 € bis 7.997 € pro m²), Neubau bei rund 7.000 € pro m². Die durchschnittliche Angebotskaltmiete beträgt etwa 14,74 € pro m², woraus sich eine Bruttomietrendite von rund 4,1 % ergibt.

Preisentwicklung: +0,4 % gegenüber dem Vorjahr. Auf die 70-m²-Referenzwohnung gerechnet sind das 1.203 € Wertveränderung im Jahr.

Leerstand: rund 1,7 %, Quelle unten. Das entspricht der üblichen Fluktuationsreserve eines funktionierenden Marktes.

Wo in Wiesbaden kaufen

Die Nachfrage der Kapitalanleger konzentriert sich auf Nordost, Sonnenberg, Südost, wo sich am schnellsten vermieten lässt und der Wert am ehesten Bestand hat. Wer auf Rendite statt auf Lage optimiert, schaut auf Biebrich, Schierstein, Dotzheim: dort liegen die Einstiegspreise niedriger und die Bruttorenditen höher, bei spürbar mehr Verwaltungsaufwand.

Nordost: 3.236 € bis 8.026 € pro m², im Mittel rund 31 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 148 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.

Sonnenberg: 3.542 € bis 9.492 € pro m², im Mittel rund 52 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 168 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.

Südost: 4.021 € bis 7.938 € pro m², im Mittel rund 39 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 97 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.

Biebrich: 3.380 € bis 6.813 € pro m², im Mittel rund 19 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 102 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.

Schierstein: 3.699 € bis 6.249 € pro m², im Mittel rund 16 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 69 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.

Dotzheim: 2.772 € bis 5.894 € pro m², im Mittel leicht über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 113 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.

Steuern und Kaufnebenkosten in Wiesbaden

Die Grunderwerbsteuer beträgt in Hessen 6 %. Dazu kommen rund 2 % für Notar und Grundbuch nach GNotKG, dazu eine etwaige Makler- oder Vermittlungsprovision. In der Summe liegen die Erwerbsnebenkosten üblicherweise bei 8 bis 12 % des Kaufpreises, und deutsche Banken finanzieren sie in aller Regel nicht mit.

Im Privatvermögen ist der Verkauf nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei, § 23 EStG. Davor unterliegt der Gewinn dem persönlichen Einkommensteuersatz, und bereits in Anspruch genommene AfA mindert die Anschaffungskosten und erhöht damit den steuerpflichtigen Gewinn. Die AfA selbst mindert laufend die Mieteinkünfte: 2 % jährlich für Gebäude bis 2022, 3 % ab Fertigstellung 2023, dazu die degressive Option von 5 % für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn vor dem 30.09.2029.

Die Mietpreisbremse ist in Wiesbaden rechtlich umstritten, die Landesverordnung wurde angegriffen und ihre Anwendbarkeit ist Stand Mitte 2026 offen. Die vorsichtigere Kalkulation unterstellt, dass sie gilt.

Daten und Quellen

Alle Zahlen im Juli 2026 gegen Primärquellen geprüft. Angebotspreise liegen üblicherweise 5 bis 15 % über den beurkundeten Kaufpreisen: wo beides vorliegt, ist die Grundlage jeweils benannt. Die Quellen sind im Original benannt, so wie ihre Herausgeber sie führen.

Einwohner: Landeshauptstadt Wiesbaden, Amt für Statistik und Stadtforschung (Melderegister, Januar 2025), 2025.

Kaufpreise: immowelt Price Map (asking prices, July 2026; Gutachterausschuss notarised resales 2024: 3,757 EUR/m2), 2026.

Mieten: wohnungsboerse.net Mietspiegel Wiesbaden (asking cold rents, May 2026), 2026.

Rendite: eigene Berechnung aus Kaufpreis und Miete.

Preistrend: immowelt Preisentwicklung Wiesbaden 2017-2026, 2026.

Leerstand: CBRE-empirica-Leerstandsindex (marktaktiver Leerstand 2022), cited in Landeshauptstadt Wiesbaden Stadtanalyse Immobilienmarkt und Mietpreise, 2023.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Denkmal-AfA?

Bei Vermietung acht Jahre je 9 % und vier Jahre je 7 %, zusammen 100 % der begünstigten Sanierungskosten in zwölf Jahren, § 7i EStG. Bei Eigennutzung 9 % über zehn Jahre, also 90 %, § 10f EStG.

Wird der ganze Kaufpreis abgeschrieben?

Nein. Begünstigt sind nur die Sanierungskosten. Die Altbausubstanz läuft mit 2 bis 2,5 % über die reguläre AfA, der Grund und Boden gar nicht.

Was brauche ich für die Denkmal-AfA?

Eine Bescheinigung der Denkmalschutzbehörde über die denkmalgerechte Durchführung der Maßnahmen, abgestimmt vor Baubeginn. Bei § 7h stellt sie die Gemeinde für das Sanierungsgebiet aus.

Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in Wiesbaden?

6 % Grunderwerbsteuer in Hessen plus rund 2 % Notar und Grundbuch, dazu eine etwaige Provision. In der Summe üblicherweise 8 bis 12 % des Kaufpreises, aus Eigenkapital zu tragen.

Welche Mietrendite ist in Wiesbaden realistisch?

Brutto im Mittel 4,1 %, in renditeorientierten Lagen wie Biebrich, Schierstein, Dotzheim höher, in Spitzenlagen wie Nordost niedriger. Netto bleibt nach nicht umlagefähigen Kosten deutlich weniger.

Wann kann ich in Wiesbaden steuerfrei verkaufen?

Im Privatvermögen nach zehn Jahren Haltedauer, § 23 EStG. Innerhalb der Frist wird der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz belastet, und die genutzte AfA erhöht ihn zusätzlich, weil sie die Anschaffungskosten mindert.

Wie viel Eigenkapital verlangt die Bank?

Bei Steuerinländern üblicherweise 10 bis 20 % des Kaufpreises, zusätzlich zu den Kaufnebenkosten, die separat aus Eigenkapital kommen müssen. Bei einer 70-m²-Wohnung in Wiesbaden zu 300.720 € sind das 60.144 € Anzahlung plus 24.058 € Nebenkosten.