Notartermin in Berlin: Ablauf, Kosten, Vorbereitung
Was beim Notar passiert und was es in Berlin kostet. Zahlen aus den unten genannten Quellen (überwiegend Angebotspreise der Portale), geprüft im Juli 2026; wo die Quelle einen Stand nennt, steht er dabei.
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Notartermin in Berlin: das Wichtigste
Der Kaufvertrag über eine Immobilie ist ohne notarielle Beurkundung unwirksam, § 311b BGB. Der Notar ist dabei nicht Vertreter einer Seite, sondern neutral: er verliest den Vertrag vollständig, belehrt beide Parteien und wickelt anschließend Auflassungsvormerkung, Kaufpreisfälligkeit und Umschreibung ab.
Die Kosten folgen dem GNotKG und sind nicht verhandelbar, weil gesetzlich festgelegt. Auf 372.400 € für eine 70-m²-Wohnung in Berlin kosten Notar und Grundbuch zusammen rund 1,5 bis 2 % des Kaufpreises, also grob 5.600 € bis 7.400 €; den größeren Teil davon macht der Notar aus. Wer mehrere Angebote vergleicht, vergleicht daher nicht die Gebühr, sondern die Qualität der Vorbereitung.
Der Entwurf muss bei Verbrauchern mindestens zwei Wochen vor dem Termin vorliegen. Diese Frist ist keine Formalie, sondern die einzige Gelegenheit, den Vertrag in Ruhe zu prüfen. Auf die Tagesordnung gehören: Beschreibung des Kaufgegenstands, Fälligkeitsvoraussetzungen, Übergabezeitpunkt, Regelungen zu Mängeln sowie bei Eigentumswohnungen die Teilungserklärung und die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen.
Der Markt in Berlin in Zahlen
Berlin (Berlin) hat 3.700.577 Einwohner. Bestandswohnungen liegen im Mittel bei 5.320 € pro m² (stadtweite Spanne etwa 3.340 € bis 7.020 € pro m²), Neubau bei rund 8.450 € pro m². Die durchschnittliche Angebotskaltmiete beträgt etwa 18,00 € pro m² (der Angebotsdurchschnitt enthält möblierte und befristete Vermietungen und liegt deshalb über unmöblierten Mieten), woraus sich eine Bruttomietrendite von rund 4,1 % ergibt.
Preisentwicklung: +6 % gegenüber dem Vorjahr. Auf die 70-m²-Referenzwohnung gerechnet sind das rund 22.344 € Wertveränderung im Jahr.
Leerstand: rund 0,3 %, Quelle unten. Das ist faktisch Vollvermietung: die Knappheit treibt Mieten und Vermietungsgeschwindigkeit zugleich.
Wo in Berlin kaufen
Die Nachfrage der Kapitalanleger konzentriert sich auf Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg, wo die Preise deutlich über dem Stadtmittel liegen. Wer auf Rendite statt auf Lage optimiert, schaut auf Lichtenberg, Pankow und Neukölln: dort liegen die Einstiegspreise deutlich unter dem Stadtmittel und die Bruttorenditen meist höher, bei spürbar mehr Verwaltungsaufwand.
Mitte: 7.000 € bis 9.200 € pro m², im Mittel rund 52 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 31 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Friedrichshain-Kreuzberg: 5.500 € bis 6.300 € pro m², im Mittel rund 11 % über dem Stadtmittel.
Charlottenburg-Wilmersdorf: 5.600 € bis 7.500 € pro m², im Mittel rund 23 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 34 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Pankow (inkl. Prenzlauer Berg): 4.700 € bis 5.100 € pro m², im Mittel rund 8 % unter dem Stadtmittel.
Neukölln: 4.800 € bis 5.200 € pro m², im Mittel rund 6 % unter dem Stadtmittel.
Lichtenberg: 4.000 € bis 4.900 € pro m², im Mittel rund 16 % unter dem Stadtmittel.
Die Preisbänder der Stadtteile stammen aus eigenen Quellen und Stichtagen und können deshalb außerhalb der oben genannten stadtweiten Spanne liegen.
Steuern und Kaufnebenkosten in Berlin
Die Grunderwerbsteuer beträgt in Berlin 6 %. Dazu kommen rund 2 % für Notar und Grundbuch nach GNotKG, zusammen rund 8 % des Kaufpreises. Kaufen Sie über einen Makler, kommt dessen Provision hinzu; bei Käufen über LDP fällt keine zusätzliche Maklerprovision an. Bei einem üblichen Profil finanzieren deutsche Banken die Erwerbsnebenkosten nicht mit.
Im Privatvermögen ist der Verkauf nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei, § 23 EStG. Davor unterliegt der Gewinn dem persönlichen Einkommensteuersatz, und bereits in Anspruch genommene AfA mindert die Anschaffungskosten und erhöht damit den steuerpflichtigen Gewinn. Die AfA selbst mindert laufend die Mieteinkünfte: 2 % jährlich für Gebäude mit Fertigstellung von 1925 bis 2022 (2,5 % vor 1925), 3 % ab Fertigstellung 2023; für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn vom 01.10.2023 bis 30.09.2029 kann statt der linearen AfA die degressive AfA von 5 % gewählt werden.
Allgemeine Information, keine Steuerberatung. LDP Group berät nicht steuerlich: die Steuerstruktur legt die Steuerkanzlei Helm & Partner (Steuerberater) vor dem Notartermin fest, LDP bereitet die Kaufzahlen vor und koordiniert.
Berlin ist als angespannter Wohnungsmarkt ausgewiesen: bei Neuvermietung sind höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete zulässig, im laufenden Mietverhältnis gilt die abgesenkte Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren. Kalkuliert wird mit der erzielbaren regulierten Miete, nicht mit der Angebotsmiete.
Daten und Quellen
Zahlen aus den unten genannten Quellen (überwiegend Angebotspreise der Portale), geprüft im Juli 2026; wo die Quelle einen Stand nennt, steht er dabei. Angebotspreise liegen üblicherweise 5 bis 15 % über den beurkundeten Kaufpreisen: wo beides vorliegt, ist die Grundlage jeweils benannt. Die Quellen sind im Original benannt, so wie ihre Herausgeber sie führen.
Einwohner: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Bevölkerungsfortschreibung Stand 31.12.2025.
Kaufpreise (beurkundete Kaufpreise): GUTHMANN Estate Marktbericht H1 2026, auf Basis beurkundeter Kaufpreise des Gutachterausschusses Berlin.
Mieten (Angebotsmieten): GUTHMANN Estate 2026.
Rendite: eigene Berechnung aus Kaufpreis und Miete.
Preistrend: GUTHMANN Estate 2026.
Leerstand: CBRE-empirica-Leerstandsindex 2025, zitiert von Hypofriend, Juli 2026.
Häufige Fragen
Was kostet der Notar in Berlin?
Notar und Grundbuch zusammen rund 1,5 bis 2 % des Kaufpreises, bei 372.400 € also grob 5.600 € bis 7.400 €; den größeren Teil macht der Notar aus. Die Gebühren sind im GNotKG festgelegt und damit bundesweit gleich und nicht verhandelbar.
Wie lange vorher bekomme ich den Vertragsentwurf?
Bei Verbrauchern mindestens zwei Wochen vor dem Beurkundungstermin. Diese Zeit ist zur Prüfung gedacht und sollte auch dafür genutzt werden.
Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in Berlin?
6 % Grunderwerbsteuer in Berlin plus rund 2 % Notar und Grundbuch, zusammen rund 8 % des Kaufpreises. Kaufen Sie über einen Makler, kommt dessen Provision hinzu; bei Käufen über LDP fällt keine zusätzliche Maklerprovision an. Bei einem üblichen Profil kommen die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital.
Welche Mietrendite ist in Berlin realistisch?
Brutto im Mittel 4,1 %, in renditeorientierten Lagen wie Lichtenberg, Pankow und Neukölln höher, in Spitzenlagen wie Mitte niedriger. Netto bleibt nach nicht umlagefähigen Kosten deutlich weniger.
Wann kann ich in Berlin steuerfrei verkaufen?
Im Privatvermögen nach zehn Jahren Haltedauer, § 23 EStG. Innerhalb der Frist wird der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz belastet, und die genutzte AfA erhöht ihn zusätzlich, weil sie die Anschaffungskosten mindert.
Wie viel Eigenkapital verlangt die Bank?
Bei Steuerinländern üblicherweise 10 bis 20 % des Kaufpreises (80 bis 90 % Beleihung als Standard, mit starkem Einkommensprofil bis 100 %), zusätzlich zu den Kaufnebenkosten, die bei einem üblichen Profil separat aus Eigenkapital kommen. Bei einer 70-m²-Wohnung in Berlin zu 372.400 € sind das 74.480 € Anzahlung plus 29.792 € Nebenkosten.
