LDP Group - German Real Estate Investment
Insights / Städte / München / Werbungskosten bei Vermietung
Werbungskosten bei Vermietung

Werbungskosten in München: was Vermieter absetzen können

Sofort abziehbar oder über die AfA, und wo die 15-Prozent-Grenze liegt. Alle Zahlen aus geprüften Primärquellen, mit Angabe der Grundlage.

Kostenloses Erstgespräch vereinbaren
Erwerbsrechner
Finanzierungsrechner für München
Kaufpreis575.000 €
Verfügbares Eigenkapital70.000 €
Grunderwerbsteuer (3,5 %)20.125 €
Notar und Grundbuch (ca. 2 %)11.500 €
Gesamter Kapitalbedarf606.625 €
Benötigtes Darlehen536.625 €
Monatliche Rate, geschätzt (3,97 %)2.670 € / Monat

Beispielrechnung mit 3,97 % angenommenem Sollzins (10 Jahre fest, aus unserer alle zwei Wochen aktualisierten Zinstabelle) und 2 % anfänglicher Tilgung. Die tatsächlichen Konditionen hängen vom Objekt, Ihrer Bonität und der Bank ab. Keine Finanzberatung.

Werbungskosten bei Vermietung in München: das Wichtigste

Werbungskosten sind alle Aufwendungen, die durch die Vermietung veranlasst sind, § 9 EStG. Sofort und in voller Höhe abziehbar sind unter anderem Schuldzinsen, Grundsteuer, der nicht umlagefähige Teil des Hausgelds, Verwaltungskosten, Versicherungen, Fahrten zum Objekt und Erhaltungsaufwand. Die AfA kommt als jährlicher Betrag hinzu.

Die wichtigste Grenze steht in § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG. Übersteigen Instandsetzungs- und Modernisierungskosten ohne Umsatzsteuer innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung 15 % der Anschaffungskosten des Gebäudes, werden sie insgesamt zu Herstellungskosten und sind nicht mehr sofort abziehbar, sondern laufen über die AfA mit 2 bis 3 % jährlich.

Was das in München bedeutet: bei einem Kaufpreis von 574.000 € für 70 m² und einem Gebäudeanteil von 80 % liegt die Grenze bei rund 68.880 €. Wer in den ersten drei Jahren mehr saniert, verliert den Sofortabzug für den gesamten Betrag, nicht nur für den übersteigenden Teil. Der Unterschied ist erheblich: derselbe Betrag wirkt entweder in einem Jahr oder verteilt über Jahrzehnte.

Nicht in die 15-Prozent-Prüfung fallen jährlich üblicherweise anfallende Erhaltungsarbeiten, etwa Schönheitsreparaturen oder die Heizungswartung. Erweiterungen wie ein Anbau sind umgekehrt ohnehin immer Herstellungsaufwand. Wer umfangreich sanieren will, verschiebt größere Maßnahmen deshalb häufig über die Dreijahresgrenze hinaus.

Der Markt in München in Zahlen

München (Bayern) hat 1.612.429 Einwohner. Bestandswohnungen liegen im Mittel bei 8.200 € pro m² (Spanne nach Stadtteil etwa 7.293 € bis 12.623 € pro m²), Neubau bei rund 10.465 € pro m². Die durchschnittliche Angebotskaltmiete beträgt etwa 21,44 € pro m², woraus sich eine Bruttomietrendite von rund 3,2 % ergibt.

Preisentwicklung: +1,5 % gegenüber dem Vorjahr. Auf die 70-m²-Referenzwohnung gerechnet sind das 8.610 € Wertveränderung im Jahr.

Leerstand: rund 0,1 %, Quelle unten. Das ist faktisch Vollvermietung: die Knappheit treibt Mieten und Vermietungsgeschwindigkeit zugleich.

Wo in München kaufen

Die Nachfrage der Kapitalanleger konzentriert sich auf Schwabing-West, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Maxvorstadt, wo sich am schnellsten vermieten lässt und der Wert am ehesten Bestand hat. Wer auf Rendite statt auf Lage optimiert, schaut auf Au-Haidhausen, Sendling, Obergiesing: dort liegen die Einstiegspreise niedriger und die Bruttorenditen höher, bei spürbar mehr Verwaltungsaufwand.

Schwabing-West: 8.111 € bis 13.127 € pro m², im Mittel rund 30 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 62 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.

Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (incl. Glockenbachviertel): 8.469 € bis 14.628 € pro m², im Mittel rund 41 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 73 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.

Maxvorstadt: Preisband nicht belastbar erhoben.

Au-Haidhausen: Preisband nicht belastbar erhoben.

Sendling: Preisband nicht belastbar erhoben.

Obergiesing: Preisband nicht belastbar erhoben.

Steuern und Kaufnebenkosten in München

Die Grunderwerbsteuer beträgt in Bayern 3,5 %. Dazu kommen rund 2 % für Notar und Grundbuch nach GNotKG, dazu eine etwaige Makler- oder Vermittlungsprovision. In der Summe liegen die Erwerbsnebenkosten üblicherweise bei 8 bis 12 % des Kaufpreises, und deutsche Banken finanzieren sie in aller Regel nicht mit.

Im Privatvermögen ist der Verkauf nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei, § 23 EStG. Davor unterliegt der Gewinn dem persönlichen Einkommensteuersatz, und bereits in Anspruch genommene AfA mindert die Anschaffungskosten und erhöht damit den steuerpflichtigen Gewinn. Die AfA selbst mindert laufend die Mieteinkünfte: 2 % jährlich für Gebäude bis 2022, 3 % ab Fertigstellung 2023, dazu die degressive Option von 5 % für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn vor dem 30.09.2029.

München ist als angespannter Wohnungsmarkt ausgewiesen: bei Neuvermietung sind höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete zulässig, im laufenden Mietverhältnis gilt die abgesenkte Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren. Kalkuliert wird mit der erzielbaren regulierten Miete, nicht mit der Angebotsmiete.

Daten und Quellen

Alle Zahlen im Juli 2026 gegen Primärquellen geprüft. Angebotspreise liegen üblicherweise 5 bis 15 % über den beurkundeten Kaufpreisen: wo beides vorliegt, ist die Grundlage jeweils benannt. Die Quellen sind im Original benannt, so wie ihre Herausgeber sie führen.

Einwohner: Statistisches Amt der Landeshauptstadt München (residents with primary residence, 31.12.2025, +0.5% YoY), 2026.

Kaufpreise: ImmoScout24 WohnBarometer Q3 2025 (existing-stock asking price €8,200/m²), 01.10.2025.

Mieten: immowelt Mietpreise München (asking cold rent, apartments, as of 01.07.2026; full-year 2025 avg €20.57/m², +4.9% YoY).

Rendite: eigene Berechnung aus Kaufpreis und Miete.

Preistrend: immowelt price history (2025: €8,035/m² vs 2024: €7,913/m² = +1.5%), July 2026.

Leerstand: CBRE-empirica-Leerstandsindex 2025 (market-active vacancy, data year 2024; Munich tied with Frankfurt and Freiburg as lowest in Germany; national avg 2.2%), empirica regio, Dec 2025.

Häufige Fragen

Was kann ich als Vermieter absetzen?

Schuldzinsen, Grundsteuer, den nicht umlagefähigen Teil des Hausgelds, Verwaltung, Versicherungen, Fahrten zum Objekt und Erhaltungsaufwand, dazu die jährliche AfA auf das Gebäude.

Wo liegt die 15-Prozent-Grenze bei einer Wohnung in München?

Bei rund 68.880 €, gerechnet auf 15 % des Gebäudeanteils eines Kaufpreises von 574.000 €. Wer in den ersten drei Jahren mehr saniert, verliert den Sofortabzug für den gesamten Betrag.

Zählen alle Reparaturen zur 15-Prozent-Grenze?

Nein. Jährlich üblicherweise anfallende Erhaltungsarbeiten wie Schönheitsreparaturen oder Heizungswartung bleiben außen vor. Erweiterungen sind umgekehrt immer Herstellungsaufwand.

Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in München?

3,5 % Grunderwerbsteuer in Bayern plus rund 2 % Notar und Grundbuch, dazu eine etwaige Provision. In der Summe üblicherweise 8 bis 12 % des Kaufpreises, aus Eigenkapital zu tragen.

Welche Mietrendite ist in München realistisch?

Brutto im Mittel 3,2 %, in renditeorientierten Lagen wie Au-Haidhausen, Sendling, Obergiesing höher, in Spitzenlagen wie Schwabing-West niedriger. Netto bleibt nach nicht umlagefähigen Kosten deutlich weniger.

Wann kann ich in München steuerfrei verkaufen?

Im Privatvermögen nach zehn Jahren Haltedauer, § 23 EStG. Innerhalb der Frist wird der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz belastet, und die genutzte AfA erhöht ihn zusätzlich, weil sie die Anschaffungskosten mindert.

Wie viel Eigenkapital verlangt die Bank?

Bei Steuerinländern üblicherweise 10 bis 20 % des Kaufpreises, zusätzlich zu den Kaufnebenkosten, die separat aus Eigenkapital kommen müssen. Bei einer 70-m²-Wohnung in München zu 574.000 € sind das 114.800 € Anzahlung plus 31.570 € Nebenkosten.