LDP Group - German Real Estate Investment
Insights / München / AfA und Abschreibung
AfA und Abschreibung

AfA in München: was die Abschreibung konkret bringt

Abschreibungssätze und der Eurobetrag, gerechnet auf Münchener Preise. Alle Zahlen aus geprüften Primärquellen, mit Angabe der Grundlage.

Kostenloses Erstgespräch vereinbaren
Erwerbsrechner
Finanzierungsrechner für München
Kaufpreis575.000 €
Verfügbares Eigenkapital70.000 €
Grunderwerbsteuer (3,5 %)20.125 €
Notar und Grundbuch (ca. 2 %)11.500 €
Gesamter Kapitalbedarf606.625 €
Benötigtes Darlehen536.625 €
Monatliche Rate, geschätzt (3,8 %)2.594 € / Monat

Beispielrechnung mit 3,8 % angenommenem Sollzins (10 Jahre fest, Marktspanne Juni 2026 3,6 bis 3,9 %) und 2 % anfänglicher Tilgung. Die tatsächlichen Konditionen hängen vom Objekt, Ihrer Bonität und der Bank ab. Keine Finanzberatung.

AfA und Abschreibung in München: das Wichtigste

Die AfA mindert jedes Jahr die zu versteuernden Mieteinkünfte, ohne dass Geld abfließt. Die Sätze richten sich nach dem Baujahr: 2,5 % für Gebäude vor 1925, 2 % für Fertigstellung zwischen 1925 und 2022, 3 % ab 2023. Für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn bis 30.09.2029 besteht zusätzlich die degressive Option von 5 %.

Abgeschrieben wird ausschließlich das Gebäude. Grund und Boden nutzt sich nicht ab und bleibt außen vor, was in teuren Städten spürbar ins Gewicht fällt, weil dort der Bodenanteil höher liegt. Bei einer 70-m²-Wohnung in München zu 574.000 € und einem Gebäudeanteil von 80 % ergeben 2 % rund 9.184 € pro Jahr, 3 % rund 13.776 €. Über zehn Jahre summiert sich der Unterschied auf 45.920 €.

Die Aufteilung zwischen Gebäude und Boden ist der Hebel, über den am häufigsten gestritten wird. Üblich sind die Arbeitshilfe des Bundesfinanzministeriums, ein Sachverständigengutachten oder eine realistische Aufteilung im Kaufvertrag. Zu beachten ist die Kehrseite: genutzte AfA mindert die Anschaffungskosten und erhöht damit einen etwaigen steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn innerhalb der Zehnjahresfrist.

Der Markt in München in Zahlen

München (Bayern) hat 1.612.429 Einwohner. Bestandswohnungen liegen im Mittel bei 8.200 € pro m² (Spanne nach Stadtteil etwa 7.293 € bis 12.623 € pro m²), Neubau bei rund 10.465 € pro m². Die durchschnittliche Angebotskaltmiete beträgt etwa 21,44 € pro m², woraus sich eine Bruttomietrendite von rund 3,2 % ergibt.

Preisentwicklung: +1,5 % gegenüber dem Vorjahr. Auf die 70-m²-Referenzwohnung gerechnet sind das 8.610 € Wertveränderung im Jahr.

Leerstand: rund 0,1 %, Quelle unten. Das ist faktisch Vollvermietung: die Knappheit treibt Mieten und Vermietungsgeschwindigkeit zugleich.

Wo in München kaufen

Die Nachfrage der Kapitalanleger konzentriert sich auf Schwabing-West, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Maxvorstadt, wo sich am schnellsten vermieten lässt und der Wert am ehesten Bestand hat. Wer auf Rendite statt auf Lage optimiert, schaut auf Au-Haidhausen, Sendling, Obergiesing: dort liegen die Einstiegspreise niedriger und die Bruttorenditen höher, bei spürbar mehr Verwaltungsaufwand.

Schwabing-West: 8.111 € bis 13.127 € pro m², im Mittel rund 30 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 62 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.

Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (incl. Glockenbachviertel): 8.469 € bis 14.628 € pro m², im Mittel rund 41 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 73 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.

Maxvorstadt: Preisband nicht belastbar erhoben.

Au-Haidhausen: Preisband nicht belastbar erhoben.

Sendling: Preisband nicht belastbar erhoben.

Obergiesing: Preisband nicht belastbar erhoben.

Steuern und Kaufnebenkosten in München

Die Grunderwerbsteuer beträgt in Bayern 3,5 %. Dazu kommen rund 2 % für Notar und Grundbuch nach GNotKG, dazu eine etwaige Makler- oder Vermittlungsprovision. In der Summe liegen die Erwerbsnebenkosten üblicherweise bei 8 bis 12 % des Kaufpreises, und deutsche Banken finanzieren sie in aller Regel nicht mit.

Im Privatvermögen ist der Verkauf nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei, § 23 EStG. Davor unterliegt der Gewinn dem persönlichen Einkommensteuersatz, und bereits in Anspruch genommene AfA mindert die Anschaffungskosten und erhöht damit den steuerpflichtigen Gewinn. Die AfA selbst mindert laufend die Mieteinkünfte: 2 % jährlich für Gebäude bis 2022, 3 % ab Fertigstellung 2023, dazu die degressive Option von 5 % für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn vor dem 30.09.2029.

München ist als angespannter Wohnungsmarkt ausgewiesen: bei Neuvermietung sind höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete zulässig, im laufenden Mietverhältnis gilt die abgesenkte Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren. Kalkuliert wird mit der erzielbaren regulierten Miete, nicht mit der Angebotsmiete.

Daten und Quellen

Alle Zahlen im Juli 2026 gegen Primärquellen geprüft. Angebotspreise liegen üblicherweise 5 bis 15 % über den beurkundeten Kaufpreisen: wo beides vorliegt, ist die Grundlage jeweils benannt. Die Quellen sind im Original benannt, so wie ihre Herausgeber sie führen.

Einwohner: Statistisches Amt der Landeshauptstadt München (residents with primary residence, 31.12.2025, +0.5% YoY), 2026.

Kaufpreise: ImmoScout24 WohnBarometer Q3 2025 (existing-stock asking price €8,200/m²), 01.10.2025.

Mieten: immowelt Mietpreise München (asking cold rent, apartments, as of 01.07.2026; full-year 2025 avg €20.57/m², +4.9% YoY).

Rendite: eigene Berechnung aus Kaufpreis und Miete.

Preistrend: immowelt price history (2025: €8,035/m² vs 2024: €7,913/m² = +1.5%), July 2026.

Leerstand: CBRE-empirica-Leerstandsindex 2025 (market-active vacancy, data year 2024; Munich tied with Frankfurt and Freiburg as lowest in Germany; national avg 2.2%), empirica regio, Dec 2025.

Häufige Fragen

Wie viel AfA bringt eine Wohnung in München?

Bei 574.000 € für 70 m² und 80 % Gebäudeanteil sind 2 % rund 9.184 € pro Jahr, 3 % rund 13.776 €. Der Betrag mindert die zu versteuernden Mieteinkünfte.

Kann ich AfA bei Eigennutzung geltend machen?

Nein. Die AfA setzt Vermietung oder betriebliche Nutzung voraus. Für selbst bewohnte Wohnungen gibt es keine Gebäudeabschreibung.

Welcher AfA-Satz gilt für welches Baujahr?

2,5 % vor 1925, 2 % von 1925 bis 2022, 3 % ab 2023. Dazu die degressive Option von 5 % für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn bis 30.09.2029.

Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in München?

3,5 % Grunderwerbsteuer in Bayern plus rund 2 % Notar und Grundbuch, dazu eine etwaige Provision. In der Summe üblicherweise 8 bis 12 % des Kaufpreises, aus Eigenkapital zu tragen.

Welche Mietrendite ist in München realistisch?

Brutto im Mittel 3,2 %, in renditeorientierten Lagen wie Au-Haidhausen, Sendling, Obergiesing höher, in Spitzenlagen wie Schwabing-West niedriger. Netto bleibt nach nicht umlagefähigen Kosten deutlich weniger.

Wann kann ich in München steuerfrei verkaufen?

Im Privatvermögen nach zehn Jahren Haltedauer, § 23 EStG. Innerhalb der Frist wird der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz belastet, und die genutzte AfA erhöht ihn zusätzlich, weil sie die Anschaffungskosten mindert.

Wie viel Eigenkapital verlangt die Bank?

Bei Steuerinländern üblicherweise 10 bis 20 % des Kaufpreises, zusätzlich zu den Kaufnebenkosten, die separat aus Eigenkapital kommen müssen. Bei einer 70-m²-Wohnung in München zu 574.000 € sind das 114.800 € Anzahlung plus 31.570 € Nebenkosten.