AfA in Hamburg: was die Abschreibung konkret bringt
Abschreibungssätze und der Eurobetrag, gerechnet auf Hamburger Preise. Alle Zahlen aus geprüften Primärquellen, mit Angabe der Grundlage.
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AfA und Abschreibung in Hamburg: das Wichtigste
Die AfA mindert jedes Jahr die zu versteuernden Mieteinkünfte, ohne dass Geld abfließt. Die Sätze richten sich nach dem Baujahr: 2,5 % für Gebäude vor 1925, 2 % für Fertigstellung zwischen 1925 und 2022, 3 % ab 2023. Für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn bis 30.09.2029 besteht zusätzlich die degressive Option von 5 %.
Abgeschrieben wird ausschließlich das Gebäude. Grund und Boden nutzt sich nicht ab und bleibt außen vor, was in teuren Städten spürbar ins Gewicht fällt, weil dort der Bodenanteil höher liegt. Bei einer 70-m²-Wohnung in Hamburg zu 439.110 € und einem Gebäudeanteil von 80 % ergeben 2 % rund 7.026 € pro Jahr, 3 % rund 10.539 €. Über zehn Jahre summiert sich der Unterschied auf 35.129 €.
Die Aufteilung zwischen Gebäude und Boden ist der Hebel, über den am häufigsten gestritten wird. Üblich sind die Arbeitshilfe des Bundesfinanzministeriums, ein Sachverständigengutachten oder eine realistische Aufteilung im Kaufvertrag. Zu beachten ist die Kehrseite: genutzte AfA mindert die Anschaffungskosten und erhöht damit einen etwaigen steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn innerhalb der Zehnjahresfrist.
Der Markt in Hamburg in Zahlen
Hamburg (Hamburg) hat 1.862.565 Einwohner. Bestandswohnungen liegen im Mittel bei 6.273 € pro m² (Spanne nach Stadtteil etwa 3.145 € bis 12.229 € pro m²), Neubau bei rund 8.564 € pro m². Die durchschnittliche Angebotskaltmiete beträgt etwa 13,58 € pro m², woraus sich eine Bruttomietrendite von rund 2,6 % ergibt.
Preisentwicklung: +1 % gegenüber dem Vorjahr. Auf die 70-m²-Referenzwohnung gerechnet sind das 4.391 € Wertveränderung im Jahr.
Leerstand: rund 0,5 %, Quelle unten. Das ist faktisch Vollvermietung: die Knappheit treibt Mieten und Vermietungsgeschwindigkeit zugleich.
Wo in Hamburg kaufen
Die Nachfrage der Kapitalanleger konzentriert sich auf Eppendorf, Winterhude, HafenCity, wo sich am schnellsten vermieten lässt und der Wert am ehesten Bestand hat. Wer auf Rendite statt auf Lage optimiert, schaut auf Ottensen, Barmbek-Nord, Wilhelmsburg: dort liegen die Einstiegspreise niedriger und die Bruttorenditen höher, bei spürbar mehr Verwaltungsaufwand.
Eppendorf: 5.572 € bis 12.543 € pro m², im Mittel rund 44 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 125 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Winterhude: 7.027 € bis 9.180 € pro m², im Mittel rund 29 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 31 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
HafenCity: 6.560 € bis 11.860 € pro m², im Mittel rund 47 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 81 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Ottensen (Altona): 5.730 € bis 9.541 € pro m², im Mittel rund 22 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 67 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Barmbek-Nord: 4.323 € bis 9.065 € pro m², im Mittel leicht über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 110 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Wilhelmsburg: 2.250 € bis 8.252 € pro m², im Mittel rund 16 % unter dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 267 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Steuern und Kaufnebenkosten in Hamburg
Die Grunderwerbsteuer beträgt in Hamburg 5,5 %. Dazu kommen rund 2 % für Notar und Grundbuch nach GNotKG, dazu eine etwaige Makler- oder Vermittlungsprovision. In der Summe liegen die Erwerbsnebenkosten üblicherweise bei 8 bis 12 % des Kaufpreises, und deutsche Banken finanzieren sie in aller Regel nicht mit.
Im Privatvermögen ist der Verkauf nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei, § 23 EStG. Davor unterliegt der Gewinn dem persönlichen Einkommensteuersatz, und bereits in Anspruch genommene AfA mindert die Anschaffungskosten und erhöht damit den steuerpflichtigen Gewinn. Die AfA selbst mindert laufend die Mieteinkünfte: 2 % jährlich für Gebäude bis 2022, 3 % ab Fertigstellung 2023, dazu die degressive Option von 5 % für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn vor dem 30.09.2029.
Hamburg ist als angespannter Wohnungsmarkt ausgewiesen: bei Neuvermietung sind höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete zulässig, im laufenden Mietverhältnis gilt die abgesenkte Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren. Kalkuliert wird mit der erzielbaren regulierten Miete, nicht mit der Angebotsmiete.
Daten und Quellen
Alle Zahlen im Juli 2026 gegen Primärquellen geprüft. Angebotspreise liegen üblicherweise 5 bis 15 % über den beurkundeten Kaufpreisen: wo beides vorliegt, ist die Grundlage jeweils benannt. Die Quellen sind im Original benannt, so wie ihre Herausgeber sie führen.
Einwohner: Statistikamt Nord, Bevölkerung in Hamburg 2024 (Fortschreibung, Zensus-2022 basis, Stand 31.12.2024, +0.6% YoY), 2025.
Kaufpreise: Wohnungsbörse.net Immobilienpreisspiegel Hamburg (asking, end-May 2026: Ø €6,273/m²; district range Rönneburg €3,145 to Harvestehude €12,229).
Mieten: ImmoScout24 WohnBarometer Q1 2026 (avg asking cold rent €13.58/m²; district range Harburg €11.65 to Eimsbüttel €15.06; +1.9% YoY).
Rendite: eigene Berechnung aus Kaufpreis und Miete.
Preistrend: Gutachterausschuss für Grundstückswerte Hamburg, Immobilienmarktbericht 2026 (condos Ø €6,345/m² in 2025, +1% nominal YoY, ~+5% quality-adjusted, sales +14%).
Leerstand: CBRE-empirica-Leerstandsindex (market-active vacancy, Hamburg 0.5% in 2023; consistently below 1% since 2010; no confirmed 2024 city value found), via Statista.
Häufige Fragen
Wie viel AfA bringt eine Wohnung in Hamburg?
Bei 439.110 € für 70 m² und 80 % Gebäudeanteil sind 2 % rund 7.026 € pro Jahr, 3 % rund 10.539 €. Der Betrag mindert die zu versteuernden Mieteinkünfte.
Kann ich AfA bei Eigennutzung geltend machen?
Nein. Die AfA setzt Vermietung oder betriebliche Nutzung voraus. Für selbst bewohnte Wohnungen gibt es keine Gebäudeabschreibung.
Welcher AfA-Satz gilt für welches Baujahr?
2,5 % vor 1925, 2 % von 1925 bis 2022, 3 % ab 2023. Dazu die degressive Option von 5 % für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn bis 30.09.2029.
Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in Hamburg?
5,5 % Grunderwerbsteuer in Hamburg plus rund 2 % Notar und Grundbuch, dazu eine etwaige Provision. In der Summe üblicherweise 8 bis 12 % des Kaufpreises, aus Eigenkapital zu tragen.
Welche Mietrendite ist in Hamburg realistisch?
Brutto im Mittel 2,6 %, in renditeorientierten Lagen wie Ottensen, Barmbek-Nord, Wilhelmsburg höher, in Spitzenlagen wie Eppendorf niedriger. Netto bleibt nach nicht umlagefähigen Kosten deutlich weniger.
Wann kann ich in Hamburg steuerfrei verkaufen?
Im Privatvermögen nach zehn Jahren Haltedauer, § 23 EStG. Innerhalb der Frist wird der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz belastet, und die genutzte AfA erhöht ihn zusätzlich, weil sie die Anschaffungskosten mindert.
Wie viel Eigenkapital verlangt die Bank?
Bei Steuerinländern üblicherweise 10 bis 20 % des Kaufpreises, zusätzlich zu den Kaufnebenkosten, die separat aus Eigenkapital kommen müssen. Bei einer 70-m²-Wohnung in Hamburg zu 439.110 € sind das 87.822 € Anzahlung plus 32.933 € Nebenkosten.
