Mehrfamilienhaus in Bonn: Faktor und Kapitalbedarf
Was ein Zinshaus in Bonn kostet und wie der Kaufpreisfaktor zu lesen ist. Alle Zahlen aus geprüften Primärquellen, mit Angabe der Grundlage.
Kostenloses Erstgespräch vereinbarenBeispielrechnung mit 4,11 % angenommenem Sollzins (10 Jahre fest, aus unserer alle zwei Wochen aktualisierten Zinstabelle) und 2 % anfänglicher Tilgung. Die tatsächlichen Konditionen hängen vom Objekt, Ihrer Bonität und der Bank ab. Keine Finanzberatung.
Mehrfamilienhaus in Bonn: das Wichtigste
Bei Mehrfamilienhäusern wird nicht in Rendite gerechnet, sondern im Faktor: Kaufpreis geteilt durch Jahresnettokaltmiete. Der Faktor ist der Kehrwert der Bruttorendite. Bei 3,8 % in Bonn entspricht das einem Faktor von rund 26,3, also gut 26 Jahresmieten für den Kaufpreis.
Ein Haus mit acht Wohnungen zu je 70 m² sind 560 m². Bei 4.458 € pro m² liegt der Kaufpreis bei rund 2.496.480 €, die Kaufnebenkosten bei 8,5 % entsprechend bei 212.201 €. Bei 80 % Beleihung wären 711.497 € aus Eigenkapital aufzubringen.
Der Unterschied zur Eigentumswohnung ist nicht nur die Größe. Es gibt keine WEG, also keine Miteigentümer, die eine Sanierung blockieren, aber auch keine, die mitzahlen. Dach, Fassade und Heizung liegen vollständig beim Eigentümer, und genau dort entscheidet sich, ob der Faktor am Ende gehalten hat.
Der Markt in Bonn in Zahlen
Bonn (Nordrhein-Westfalen) hat 340.226 Einwohner. Bestandswohnungen liegen im Mittel bei 4.458 € pro m² (Spanne nach Stadtteil etwa 2.900 € bis 6.630 € pro m²), Neubau bei rund 6.120 € pro m². Die durchschnittliche Angebotskaltmiete beträgt etwa 14,25 € pro m², woraus sich eine Bruttomietrendite von rund 3,8 % ergibt.
Preisentwicklung: +1 % gegenüber dem Vorjahr. Auf die 70-m²-Referenzwohnung gerechnet sind das 3.121 € Wertveränderung im Jahr.
Leerstand: rund 0,9 %, Quelle unten. Das ist faktisch Vollvermietung: die Knappheit treibt Mieten und Vermietungsgeschwindigkeit zugleich.
Wo in Bonn kaufen
Die Nachfrage der Kapitalanleger konzentriert sich auf Südstadt, Poppelsdorf, Bad Godesberg, wo sich am schnellsten vermieten lässt und der Wert am ehesten Bestand hat. Wer auf Rendite statt auf Lage optimiert, schaut auf Beuel, Zentrum, Hardthöhe: dort liegen die Einstiegspreise niedriger und die Bruttorenditen höher, bei spürbar mehr Verwaltungsaufwand.
Südstadt: 5.200 € bis 6.360 € pro m², im Mittel rund 30 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 22 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Poppelsdorf: 4.880 € bis 6.070 € pro m², im Mittel rund 23 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 24 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Bad Godesberg: 3.810 € bis 4.810 € pro m², im Mittel leicht unter dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 26 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Beuel: 3.960 € bis 4.370 € pro m², im Mittel leicht unter dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 10 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Zentrum (Stadtbezirk Bonn): 3.530 € bis 6.030 € pro m², im Mittel leicht über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 71 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Hardthöhe: 2.900 € bis 3.690 € pro m², im Mittel rund 26 % unter dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 27 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Steuern und Kaufnebenkosten in Bonn
Die Grunderwerbsteuer beträgt in Nordrhein-Westfalen 6,5 %. Dazu kommen rund 2 % für Notar und Grundbuch nach GNotKG, dazu eine etwaige Makler- oder Vermittlungsprovision. In der Summe liegen die Erwerbsnebenkosten üblicherweise bei 8 bis 12 % des Kaufpreises, und deutsche Banken finanzieren sie in aller Regel nicht mit.
Im Privatvermögen ist der Verkauf nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei, § 23 EStG. Davor unterliegt der Gewinn dem persönlichen Einkommensteuersatz, und bereits in Anspruch genommene AfA mindert die Anschaffungskosten und erhöht damit den steuerpflichtigen Gewinn. Die AfA selbst mindert laufend die Mieteinkünfte: 2 % jährlich für Gebäude bis 2022, 3 % ab Fertigstellung 2023, dazu die degressive Option von 5 % für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn vor dem 30.09.2029.
Bonn ist als angespannter Wohnungsmarkt ausgewiesen: bei Neuvermietung sind höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete zulässig, im laufenden Mietverhältnis gilt die abgesenkte Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren. Kalkuliert wird mit der erzielbaren regulierten Miete, nicht mit der Angebotsmiete.
Daten und Quellen
Alle Zahlen im Juli 2026 gegen Primärquellen geprüft. Angebotspreise liegen üblicherweise 5 bis 15 % über den beurkundeten Kaufpreisen: wo beides vorliegt, ist die Grundlage jeweils benannt. Die Quellen sind im Original benannt, so wie ihre Herausgeber sie führen.
Einwohner: Statistikstelle Bundesstadt Bonn (Melderegister), Stand 1.1.2025 / year-end 2024.
Kaufpreise: wohnungsboerse.net Immobilienpreisspiegel Bonn, Stand end of March 2026 (avg 4,457.64 EUR/m²; district span Hardthöhe 2,902 to Südstadt 6,627 EUR/m²).
Mieten: wohnungsboerse.net Mietspiegel Bonn (asking cold rents), Stand end of March 2026: Ø 14.25 EUR/m².
Rendite: eigene Berechnung aus Kaufpreis und Miete.
Preistrend: KAMPMEYER Marktbericht Bonn, March 2025.
Leerstand: Wüest Partner, Wohnungsmarkt NRW, 2023: vacancy rate Bonn 0.9%.
Häufige Fragen
Was ist ein guter Kaufpreisfaktor in Bonn?
Der Stadtdurchschnitt entspricht bei 3,8 % Bruttorendite einem Faktor von etwa 26,3. Niedriger heißt günstiger im Verhältnis zur Miete, sagt aber nichts über Zustand und Sanierungsstau.
Wie viel Eigenkapital braucht ein Mehrfamilienhaus in Bonn?
Bei acht Wohnungen à 70 m² und 4.458 € pro m² sind das rund 711.497 €: 20 % Anzahlung plus die vollen Kaufnebenkosten.
Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in Bonn?
6,5 % Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen plus rund 2 % Notar und Grundbuch, dazu eine etwaige Provision. In der Summe üblicherweise 8 bis 12 % des Kaufpreises, aus Eigenkapital zu tragen.
Welche Mietrendite ist in Bonn realistisch?
Brutto im Mittel 3,8 %, in renditeorientierten Lagen wie Beuel, Zentrum, Hardthöhe höher, in Spitzenlagen wie Südstadt niedriger. Netto bleibt nach nicht umlagefähigen Kosten deutlich weniger.
Wann kann ich in Bonn steuerfrei verkaufen?
Im Privatvermögen nach zehn Jahren Haltedauer, § 23 EStG. Innerhalb der Frist wird der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz belastet, und die genutzte AfA erhöht ihn zusätzlich, weil sie die Anschaffungskosten mindert.
Wie viel Eigenkapital verlangt die Bank?
Bei Steuerinländern üblicherweise 10 bis 20 % des Kaufpreises, zusätzlich zu den Kaufnebenkosten, die separat aus Eigenkapital kommen müssen. Bei einer 70-m²-Wohnung in Bonn zu 312.060 € sind das 62.412 € Anzahlung plus 26.525 € Nebenkosten.
