Grundbucheintrag in Augsburg: Ablauf und Kosten
Vom Kaufvertrag bis zur Eigentumsumschreibung, gerechnet auf Augsburger Preise. Alle Zahlen aus geprüften Primärquellen, mit Angabe der Grundlage.
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Grundbucheintrag in Augsburg: das Wichtigste
Eigentum an einer Immobilie entsteht in Deutschland nicht mit dem Kaufvertrag, sondern erst mit der Eintragung im Grundbuch. Dazwischen liegen drei Schritte: die Auflassungsvormerkung, die den Anspruch des Käufers sichert, die Zahlung des Kaufpreises, und schließlich die Umschreibung. Das Grundbuchamt trägt erst um, wenn das Finanzamt die Grunderwerbsteuer mit der Unbedenklichkeitsbescheinigung quittiert hat.
Die Gebühren richten sich nach dem GNotKG und damit nach dem Kaufpreis, nicht nach dem Aufwand. Auf eine 70-m²-Wohnung in Augsburg zu 310.450 € entfallen für das Grundbuch grob 1.552 €, für den Notar rund 4.657 €. Zusammen mit der Grunderwerbsteuer von 3,5 % in Bayern ergeben sich die 5,5 % Kaufnebenkosten.
Zwischen Beurkundung und Umschreibung vergehen üblicherweise mehrere Wochen bis Monate, abhängig von der Auslastung des Grundbuchamts. Die Auflassungsvormerkung ist in dieser Zeit der eigentliche Schutz des Käufers: sie verhindert, dass der Verkäufer die Immobilie ein zweites Mal veräußert oder belastet.
Der Markt in Augsburg in Zahlen
Augsburg (Bayern) hat 303.677 Einwohner. Bestandswohnungen liegen im Mittel bei 4.435 € pro m² (Spanne nach Stadtteil etwa 3.880 € bis 5.090 € pro m²), Neubau bei rund 6.570 € pro m². Die durchschnittliche Angebotskaltmiete beträgt etwa 15,12 € pro m², woraus sich eine Bruttomietrendite von rund 3,9 % ergibt.
Preisentwicklung: +5 % gegenüber dem Vorjahr. Auf die 70-m²-Referenzwohnung gerechnet sind das 15.523 € Wertveränderung im Jahr.
Wo in Augsburg kaufen
Die Nachfrage der Kapitalanleger konzentriert sich auf Innenstadt, Göggingen, Pfersee, wo sich am schnellsten vermieten lässt und der Wert am ehesten Bestand hat. Wer auf Rendite statt auf Lage optimiert, schaut auf Haunstetten, Hochzoll, Oberhausen: dort liegen die Einstiegspreise niedriger und die Bruttorenditen höher, bei spürbar mehr Verwaltungsaufwand.
Innenstadt: 4.990 € bis 5.072 € pro m², im Mittel leicht über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 2 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Göggingen: 4.535 € bis 4.630 € pro m², im Mittel leicht über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 2 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Pfersee: 4.220 € bis 4.475 € pro m², im Mittel leicht unter dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 6 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Haunstetten: 4.270 € bis 4.392 € pro m², im Mittel leicht unter dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 3 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Hochzoll: 4.180 € bis 4.579 € pro m², im Mittel leicht unter dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 10 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Oberhausen: 3.990 € bis 4.241 € pro m², im Mittel leicht unter dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 6 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Steuern und Kaufnebenkosten in Augsburg
Die Grunderwerbsteuer beträgt in Bayern 3,5 %. Dazu kommen rund 2 % für Notar und Grundbuch nach GNotKG, dazu eine etwaige Makler- oder Vermittlungsprovision. In der Summe liegen die Erwerbsnebenkosten üblicherweise bei 8 bis 12 % des Kaufpreises, und deutsche Banken finanzieren sie in aller Regel nicht mit.
Im Privatvermögen ist der Verkauf nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei, § 23 EStG. Davor unterliegt der Gewinn dem persönlichen Einkommensteuersatz, und bereits in Anspruch genommene AfA mindert die Anschaffungskosten und erhöht damit den steuerpflichtigen Gewinn. Die AfA selbst mindert laufend die Mieteinkünfte: 2 % jährlich für Gebäude bis 2022, 3 % ab Fertigstellung 2023, dazu die degressive Option von 5 % für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn vor dem 30.09.2029.
Augsburg ist als angespannter Wohnungsmarkt ausgewiesen: bei Neuvermietung sind höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete zulässig, im laufenden Mietverhältnis gilt die abgesenkte Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren. Kalkuliert wird mit der erzielbaren regulierten Miete, nicht mit der Angebotsmiete.
Daten und Quellen
Alle Zahlen im Juli 2026 gegen Primärquellen geprüft. Angebotspreise liegen üblicherweise 5 bis 15 % über den beurkundeten Kaufpreisen: wo beides vorliegt, ist die Grundlage jeweils benannt. Die Quellen sind im Original benannt, so wie ihre Herausgeber sie führen.
Einwohner: Stadt Augsburg, Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevölkerungsbestand 31.12.2025), 2026.
Kaufpreise: immowelt Price Map (avg asking price, 7/2026).
Mieten: wohnungsboerse.net Mietspiegel Augsburg (average asking cold rent, 4/2026), 2026.
Rendite: eigene Berechnung aus Kaufpreis und Miete.
Preistrend: immowelt Price Map Augsburg (12-month apartment price change +5%, 7/2026); Gutachterausschuss Stadt Augsburg Immobilienmarktbericht 2025 via AUX Immo, 2026.
Leerstand: unverified.
Häufige Fragen
Was kostet der Grundbucheintrag in Augsburg?
Grob 1.552 € bei einem Kaufpreis von 310.450 €. Die Gebühren folgen dem GNotKG und richten sich nach dem Kaufpreis.
Wann bin ich Eigentümer?
Erst mit der Eintragung im Grundbuch, nicht mit dem Kaufvertrag und nicht mit der Übergabe. Bis dahin sichert die Auflassungsvormerkung den Anspruch.
Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in Augsburg?
3,5 % Grunderwerbsteuer in Bayern plus rund 2 % Notar und Grundbuch, dazu eine etwaige Provision. In der Summe üblicherweise 8 bis 12 % des Kaufpreises, aus Eigenkapital zu tragen.
Welche Mietrendite ist in Augsburg realistisch?
Brutto im Mittel 3,9 %, in renditeorientierten Lagen wie Haunstetten, Hochzoll, Oberhausen höher, in Spitzenlagen wie Innenstadt niedriger. Netto bleibt nach nicht umlagefähigen Kosten deutlich weniger.
Wann kann ich in Augsburg steuerfrei verkaufen?
Im Privatvermögen nach zehn Jahren Haltedauer, § 23 EStG. Innerhalb der Frist wird der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz belastet, und die genutzte AfA erhöht ihn zusätzlich, weil sie die Anschaffungskosten mindert.
Wie viel Eigenkapital verlangt die Bank?
Bei Steuerinländern üblicherweise 10 bis 20 % des Kaufpreises, zusätzlich zu den Kaufnebenkosten, die separat aus Eigenkapital kommen müssen. Bei einer 70-m²-Wohnung in Augsburg zu 310.450 € sind das 62.090 € Anzahlung plus 17.075 € Nebenkosten.
