Sonderabschreibung § 7b in Stuttgart: 20 % zusätzlich, wenn die Grenze hält
Voraussetzungen, Kostengrenzen und warum sie in Stuttgart entscheidend sind. Alle Zahlen aus geprüften Primärquellen, mit Angabe der Grundlage.
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Sonderabschreibung Neubau in Stuttgart: das Wichtigste
§ 7b EStG erlaubt für neu geschaffenen Mietwohnraum eine Sonderabschreibung von 5 % jährlich über vier Jahre, also bis zu 20 %, zusätzlich zur linearen AfA von 3 %. In den ersten vier Jahren lassen sich damit rund 32 % der begünstigten Kosten abschreiben statt 12 %.
Die Bedingungen sind eng und werden streng geprüft. Der Bauantrag oder die Bauanzeige muss zwischen dem 01.01.2023 und dem 30.09.2029 liegen. Das Gebäude muss dem Standard Effizienzhaus 40 mit QNG-Siegel entsprechen. Und es gelten zwei Kostengrenzen, die man nicht verwechseln darf: die Baukostenobergrenze von 5.200 € je m² Wohnfläche und die Bemessungsgrundlage, die bei 4.000 € je m² gedeckelt ist.
Die Baukostenobergrenze ist eine harte Kante, keine Staffelung: wird sie überschritten, entfällt die Sonderabschreibung vollständig und nicht nur anteilig. Wichtig dabei, und hier wird oft falsch gerechnet: die Grenze bezieht sich auf die Herstellungskosten des Gebäudes, nicht auf den Kaufpreis. Der Kaufpreis enthält zusätzlich Grundstück und Marge des Bauträgers. In Stuttgart liegt der Neubaukaufpreis bei 8.055 € pro m². Ob der darin enthaltene Gebäudeanteil die Grenze von 5.200 € einhält, ist bei diesem Niveau die erste Frage an jeden Bauträgerprospekt und gehört vor der Beurkundung geklärt.
Greift die Regel, sind bei der gedeckelten Bemessungsgrundlage von 4.000 € je m² auf 70 m² höchstens 280.000 € begünstigt, woraus sich 5 % oder 14.000 € jährlich zusätzlich über vier Jahre ergeben, zusammen 56.000 €.
Der Markt in Stuttgart in Zahlen
Stuttgart (Baden-Württemberg) hat 605.663 Einwohner. Bestandswohnungen liegen im Mittel bei 4.310 € pro m² (Spanne nach Stadtteil etwa 2.771 € bis 7.653 € pro m²), Neubau bei rund 8.055 € pro m². Die durchschnittliche Angebotskaltmiete beträgt etwa 16,76 € pro m², woraus sich eine Bruttomietrendite von rund 4,5 % ergibt.
Preisentwicklung: -1,3 % gegenüber dem Vorjahr. Auf die 70-m²-Referenzwohnung gerechnet sind das -3.922 € Wertveränderung im Jahr.
Leerstand: rund 0,5 %, Quelle unten. Das ist faktisch Vollvermietung: die Knappheit treibt Mieten und Vermietungsgeschwindigkeit zugleich.
Wo in Stuttgart kaufen
Die Nachfrage der Kapitalanleger konzentriert sich auf Stuttgart-West, Stuttgart-Nord / Killesberg, Degerloch, wo sich am schnellsten vermieten lässt und der Wert am ehesten Bestand hat. Wer auf Rendite statt auf Lage optimiert, schaut auf Bad Cannstatt, Vaihingen, Stuttgart-Ost: dort liegen die Einstiegspreise niedriger und die Bruttorenditen höher, bei spürbar mehr Verwaltungsaufwand.
Stuttgart-West: 5.058 € bis 5.199 € pro m², im Mittel rund 19 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 3 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Stuttgart-Nord / Killesberg: 5.093 € bis 7.569 € pro m², im Mittel rund 47 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 49 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Degerloch: 5.151 € bis 5.151 € pro m², im Mittel rund 20 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 0 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Bad Cannstatt: 4.151 € bis 4.151 € pro m², im Mittel leicht unter dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 0 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Vaihingen: 4.759 € bis 5.135 € pro m², im Mittel rund 15 % über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 8 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Stuttgart-Ost: 4.537 € bis 4.537 € pro m², im Mittel leicht über dem Stadtmittel. Die Spanne innerhalb des Viertels beträgt 0 %, Lage und Zustand entscheiden hier also mehr als der Stadtteilname.
Steuern und Kaufnebenkosten in Stuttgart
Die Grunderwerbsteuer beträgt in Baden-Württemberg 5 %. Dazu kommen rund 2 % für Notar und Grundbuch nach GNotKG, dazu eine etwaige Makler- oder Vermittlungsprovision. In der Summe liegen die Erwerbsnebenkosten üblicherweise bei 8 bis 12 % des Kaufpreises, und deutsche Banken finanzieren sie in aller Regel nicht mit.
Im Privatvermögen ist der Verkauf nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei, § 23 EStG. Davor unterliegt der Gewinn dem persönlichen Einkommensteuersatz, und bereits in Anspruch genommene AfA mindert die Anschaffungskosten und erhöht damit den steuerpflichtigen Gewinn. Die AfA selbst mindert laufend die Mieteinkünfte: 2 % jährlich für Gebäude bis 2022, 3 % ab Fertigstellung 2023, dazu die degressive Option von 5 % für begünstigte Neubauprojekte mit Baubeginn vor dem 30.09.2029.
Stuttgart ist als angespannter Wohnungsmarkt ausgewiesen: bei Neuvermietung sind höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete zulässig, im laufenden Mietverhältnis gilt die abgesenkte Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren. Kalkuliert wird mit der erzielbaren regulierten Miete, nicht mit der Angebotsmiete.
Daten und Quellen
Alle Zahlen im Juli 2026 gegen Primärquellen geprüft. Angebotspreise liegen üblicherweise 5 bis 15 % über den beurkundeten Kaufpreisen: wo beides vorliegt, ist die Grundlage jeweils benannt. Die Quellen sind im Original benannt, so wie ihre Herausgeber sie führen.
Einwohner: Statistisches Amt Landeshauptstadt Stuttgart, as of 31.12.2025 (main residence), published Feb 2026.
Kaufpreise: immowelt Price Map, asking prices for apartments, as of 01.07.2026 (avg 4,310 EUR/m2, min 2,771, max 7,653).
Mieten: immoportal asking rents Stuttgart, net cold rent mid-tier location 16.76 EUR/m2 (simple location 14.02 / good location 20.39; new-build post-2015: 19.22), as of 01.07.2026.
Rendite: eigene Berechnung aus Kaufpreis und Miete.
Preistrend: immowelt price development as of 01.07.2026 (1yr -1.3%, 5yr -16.6%).
Leerstand: Market-active vacancy (CBRE-empirica Leerstandsindex definition) approx. 0.5% (2022, via DMB-Mieterverein Stuttgart.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Sonderabschreibung nach § 7b?
5 % jährlich über vier Jahre, also bis zu 20 %, zusätzlich zur linearen AfA von 3 %. Die Bemessungsgrundlage ist auf 4.000 € je m² Wohnfläche gedeckelt.
Welche Kostengrenze gilt bei § 7b?
Die Baukostenobergrenze liegt bei 5.200 € je m² Wohnfläche und bezieht sich auf die Herstellungskosten des Gebäudes, nicht auf den Kaufpreis. Wird sie überschritten, entfällt die Sonderabschreibung vollständig.
Bis wann gilt die Förderung?
Der Bauantrag oder die Bauanzeige muss zwischen dem 01.01.2023 und dem 30.09.2029 liegen. Zusätzlich ist der Standard Effizienzhaus 40 mit QNG-Siegel erforderlich.
Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in Stuttgart?
5 % Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg plus rund 2 % Notar und Grundbuch, dazu eine etwaige Provision. In der Summe üblicherweise 8 bis 12 % des Kaufpreises, aus Eigenkapital zu tragen.
Welche Mietrendite ist in Stuttgart realistisch?
Brutto im Mittel 4,5 %, in renditeorientierten Lagen wie Bad Cannstatt, Vaihingen, Stuttgart-Ost höher, in Spitzenlagen wie Stuttgart-West niedriger. Netto bleibt nach nicht umlagefähigen Kosten deutlich weniger.
Wann kann ich in Stuttgart steuerfrei verkaufen?
Im Privatvermögen nach zehn Jahren Haltedauer, § 23 EStG. Innerhalb der Frist wird der Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz belastet, und die genutzte AfA erhöht ihn zusätzlich, weil sie die Anschaffungskosten mindert.
Wie viel Eigenkapital verlangt die Bank?
Bei Steuerinländern üblicherweise 10 bis 20 % des Kaufpreises, zusätzlich zu den Kaufnebenkosten, die separat aus Eigenkapital kommen müssen. Bei einer 70-m²-Wohnung in Stuttgart zu 301.700 € sind das 60.340 € Anzahlung plus 21.119 € Nebenkosten.
